Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 mit neuem Projektkoordinator

Geschäftsführer Thomas Nerlinger, der bis zum 01.10.2019 Projektleiter im Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 war, ist nach vier Jahren als Projektleiter Grafschaft Bentheim/Emsland in das Projekt „Regionales Pflegekompetenzzentrum (ReKo)“ gewechselt. „Das Projekt Dorfgemeinschaft 2.0 ist unserer Gesundheitsregion EUREGIO eine Herzensangelegenheit. Daher freue ich mich sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit und wünsche Jonas viel Erfolg in seiner neuen Herausforderung,“ so Nerlinger.

Jonas Roosmann ist seit dem 15.08.2018 im Team der Gesundheitsregion EUREGIO e.V. und fungierte bisher als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0. Seine Aufgabenschwerpunkte und Tätigkeiten bezogen sich auf die Lebensräume Wohnen, Versorgung und Mobilität. Durch seine kontinuierlich gute Arbeit und Expertise wurde er am 01.10.2019 zur neuen Projektleitung ernannt. Aufgrund seiner schnellen Einarbeitung konnte Jonas sich in den drei Lebensräumen schnell zurechtfinden und die Fortschritte im Projekt maßgeblich zum Erfolg bringen. Der vierte Lebensraum Gesundheit und Pflege ist für Jonas Roosmann ebenfalls ein wichtiger Baustein im Projekt, den er in seiner täglichen Arbeit mit einbindet. „Wir möchten als gesamtes Projektkonsortium unsere gesteckten Ziele erreichen und so ein Angebot für die Menschen in unserer Region schaffen,“ so Roosmann.

„Die ganzheitliche Sicht und sein gutes Netzwerk in der Region Grafschaft Bentheim und dem Emsland, sowie sein Interesse an neuen innovativen Lösungen zu arbeiten, helfen Jonas dabei das Projekt mit großem Engagement zum Erfolg zu bringen,“ so der Geschäftsführer der Gesundheitsregion EUREGIO, Thomas Nerlinger. Das gesamte Team der Gesundheitsregion EUREGIO freut sich auf die gemeinsame Zeit und wünscht Dir viel Erfolg.

Gesundheitsregion EUREGIO will Digitalisierung für gesundheitliche Versorgung nutzen

Gesundheitsregion EUREGIO will Digitalisierung für gesundheitliche Versorgung nutzen

Stegemann: „Digitalisierung der gesundheitlichen Versorgung in ländlichen Räumen nutzen“

Berlin. Der Bundestag hat am Donnerstag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD ein Gesetz für mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen beschlossen. Das sogenannte Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht eine Reihe von Maßnahmen vor und soll die Versorgung so signifikant verbessern.  „Die Digitalisierung bietet große Chancen für unser Gesundheitswesen“, begrüßt der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann den gestrigen Beschluss.

Die Digitalisierung ist in unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Online-Banking, kontakt-loses Bezahlen beim Einkaufen, Urlaubsbuchungen im Internet, OpenR@thaus-Angebote, elektronische Steuererklärungen, Sprach- und Videoanrufe per App oder der Abruf und das Teilen von Dateien und Fotos im Netz. Nun soll auch das deutsche Gesundheitswesen von den technischen Möglichkeiten profitieren.

Patientinnen und Patienten sollen künftig Gesundheits-Apps auf Kassenrezept nutzen können. Diese erinnern beispielsweise an die pünktliche Einnahme von Medikamenten oder helfen dabei, Blutzuckerwerte zu dokumentieren. Voraussetzung ist eine erfolgreiche Prüfung auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität. Ebenso wird es für Patienten leichter möglich sein, Onlinesprechstunden von Ärzten zu nutzen. Der Deutsche Ärztetag hatte 2018 den Weg für Telemedizin geebnet, indem er das Fernbehandlungsverbot lockerte. Die elektronische Patientenakte soll möglichst bald flächendeckend eingeführt werden. Des Weiteren werden Apotheken und Kliniken verpflichtet, sich an die sogenannte Telematik-Infrastruktur anzuschließen, über die die Gesundheitsdaten dann nahtlos weitergegeben werden können. Daten sollen digital erfasst, der Betrieb digital verwaltet, Arztbriefe per Mail übermittelt werden. Arztpraxen und Kliniken sollen so künftig weitestgehend ohne Papier arbeiten können. Hebammen und Physiotherapeuten sowie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen können sich freiwillig an das Datennetz anschließen lassen. Damit die Forschung künftig Gesundheitsdaten besser nutzen kann, wird eine zentrale Gesundheits-datenbank geschaffen. In ihr sollen – pseudonymisiert – die Informationen von 73 Millionen gesetzlich Versicherten erfasst werden: Personendaten wie Alter und Geschlecht, Informationen zum Versicherungsverhältnis, zum Leistungsbezug und zum Gesundheitsstatus. Die Daten können laut DVG nur von Behörden, Forschungseinrichtungen oder Universitätskliniken genutzt werden. Die Industrie wird als Nutznießerin nicht erwähnt.

„Die nun beschlossenen Maßnahmen können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, die gesundheitliche Versorgung in der Fläche zu sichern“, ist sich Stegemann sicher und verspricht sich durch die neuen gesetzlichen Regelungen eine dauerhaft bessere Versorgung für Patienten auch im Emsland und der Grafschaft.

„Es wird höchste Zeit, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland digitaler und damit patientenfreundlicher wird. Wir freuen uns über den politischen Rückenwind aus Berlin“, so Thomas Nerlinger, Geschäftsführer, Vorstand und Projektleiter bei der Gesundheitsregion EUREGIO und ergänzt: „Wir haben mit unseren 170 Vereinsmitgliedern schon vor Jahren die Chance der Digitalisierung bei der Lösung der Versorgungsprobleme in unserer ländlichen Region in den Blick genommen. So starteten wir in 2015 das Projekt Dorfgemeinschaft 2.0. Hinzu kam vor einem Jahr das Projekt Apotheke 2.0. Vor einem Monat der Projektstart unseres vierjährigen Projektes Regionales Pflegekompetenzzentrum (ReKo) beim länderübergreifenden Gesundheitsgipfel vor knapp 300 Gästen im Beisein von Gesundheitsminister Spahn und MdB Albert Stegemann. Nun haben wir die Chance, bürokratische Hürden abzubauen, die Patientenrechte zu stärken und Innovationen zu nutzen. Faxe, Rezepte, Arztbriefe und Krankmeldungen auf Papier gehören somit hoffentlich bald der Vergangenheit an. Mit unseren Projektleuchttürmen sind wir länderübergreifend Vorreiter unserer Region und untersuchen darüber hinaus die positiven Effekte der Digitalisierung durch unsere Forschungspartner.“

Dem stimmt Christoph Almering, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion EUREGIO und Geschäftsführer des EUREGIO-Zweckverbandes mit 129 Kommunen und deren 3,4 Millionen Einwohnern zu: „Ohne Digitalisierung und ohne telemedizinische Instrumente werden wir die Versorgung der Menschen dauerhaft nicht mehr hinbekommen. Das wissen alle. Wir sollten die Chancen, die es gibt und die uns das neue DVG bietet, nutzen, und wir sollten uns in unserer Region noch stärker über die Grenze hinweg austauschen, weil wir gerade auf dem Gebiet der Gesundheit und der Medizin enorm voneinander profitieren können.“

„Die Forschung erhält künftig ganz neue Möglichkeiten durch Längsschnittanalysen, durch Analysen von Behandlungsabläufen oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Big Data zu fundierteren Erkenntnissen zu gelangen und so bspw. Krankheitsverläufe und die Wirkung von Therapien sowie das Entstehen von Folgeerkrankungen bei Patienten mit chronischen Krankheiten wie z.B.  bei den mehr als 6 Millionen Diabetikern in Deutschland besser zu verstehen. Zudem können wirksamere und personalisierte Therapiemöglichkeiten entwickelt werden sowie Krankheiten präziser und schneller diagnostiziert werden“, freut sich Prof. Dr. Frank Teuteberg, Leiter des Fachgebiets Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik an der Universität Osnabrück über das Digitale-Versorgung-Gesetz. „Datenschutz und Ethik dürfen wir dabei aber nicht aus dem Auge verlieren“, ergänzt Prof. Teuteberg. „Für unsere aktuellen Projekte ReKo, Apotheke 2.0 sowie Dorfgemeinschaft 2.0 ist das DVG eine große Erleichterung, für zukünftige Projekte insbesondere im Bereich Künstlicher Intelligenz, Big Data und Präzisionsmedizin sowie der Entwicklung digitaler Ökosysteme zur sektorenübergreifenden Vernetzung der Akteure in der Gesundheitsversorgung ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten.“

Weitere Informationen unter:

www.gesundheitsregion-euregio.eu

www.dorfgemeinschaft20.de

www.apotheke20.de

www.rekopflege.de