Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 mit neuem Projektkoordinator

Geschäftsführer Thomas Nerlinger, der bis zum 01.10.2019 Projektleiter im Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 war, ist nach vier Jahren als Projektleiter Grafschaft Bentheim/Emsland in das Projekt „Regionales Pflegekompetenzzentrum (ReKo)“ gewechselt. „Das Projekt Dorfgemeinschaft 2.0 ist unserer Gesundheitsregion EUREGIO eine Herzensangelegenheit. Daher freue ich mich sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit und wünsche Jonas viel Erfolg in seiner neuen Herausforderung,“ so Nerlinger.

Jonas Roosmann ist seit dem 15.08.2018 im Team der Gesundheitsregion EUREGIO e.V. und fungierte bisher als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0. Seine Aufgabenschwerpunkte und Tätigkeiten bezogen sich auf die Lebensräume Wohnen, Versorgung und Mobilität. Durch seine kontinuierlich gute Arbeit und Expertise wurde er am 01.10.2019 zur neuen Projektleitung ernannt. Aufgrund seiner schnellen Einarbeitung konnte Jonas sich in den drei Lebensräumen schnell zurechtfinden und die Fortschritte im Projekt maßgeblich zum Erfolg bringen. Der vierte Lebensraum Gesundheit und Pflege ist für Jonas Roosmann ebenfalls ein wichtiger Baustein im Projekt, den er in seiner täglichen Arbeit mit einbindet. „Wir möchten als gesamtes Projektkonsortium unsere gesteckten Ziele erreichen und so ein Angebot für die Menschen in unserer Region schaffen,“ so Roosmann.

„Die ganzheitliche Sicht und sein gutes Netzwerk in der Region Grafschaft Bentheim und dem Emsland, sowie sein Interesse an neuen innovativen Lösungen zu arbeiten, helfen Jonas dabei das Projekt mit großem Engagement zum Erfolg zu bringen,“ so der Geschäftsführer der Gesundheitsregion EUREGIO, Thomas Nerlinger. Das gesamte Team der Gesundheitsregion EUREGIO freut sich auf die gemeinsame Zeit und wünscht Dir viel Erfolg.

Gesundheitsregion EUREGIO will Digitalisierung für gesundheitliche Versorgung nutzen

Gesundheitsregion EUREGIO will Digitalisierung für gesundheitliche Versorgung nutzen

Stegemann: „Digitalisierung der gesundheitlichen Versorgung in ländlichen Räumen nutzen“

Berlin. Der Bundestag hat am Donnerstag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD ein Gesetz für mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen beschlossen. Das sogenannte Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht eine Reihe von Maßnahmen vor und soll die Versorgung so signifikant verbessern.  „Die Digitalisierung bietet große Chancen für unser Gesundheitswesen“, begrüßt der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann den gestrigen Beschluss.

Die Digitalisierung ist in unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Online-Banking, kontakt-loses Bezahlen beim Einkaufen, Urlaubsbuchungen im Internet, OpenR@thaus-Angebote, elektronische Steuererklärungen, Sprach- und Videoanrufe per App oder der Abruf und das Teilen von Dateien und Fotos im Netz. Nun soll auch das deutsche Gesundheitswesen von den technischen Möglichkeiten profitieren.

Patientinnen und Patienten sollen künftig Gesundheits-Apps auf Kassenrezept nutzen können. Diese erinnern beispielsweise an die pünktliche Einnahme von Medikamenten oder helfen dabei, Blutzuckerwerte zu dokumentieren. Voraussetzung ist eine erfolgreiche Prüfung auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität. Ebenso wird es für Patienten leichter möglich sein, Onlinesprechstunden von Ärzten zu nutzen. Der Deutsche Ärztetag hatte 2018 den Weg für Telemedizin geebnet, indem er das Fernbehandlungsverbot lockerte. Die elektronische Patientenakte soll möglichst bald flächendeckend eingeführt werden. Des Weiteren werden Apotheken und Kliniken verpflichtet, sich an die sogenannte Telematik-Infrastruktur anzuschließen, über die die Gesundheitsdaten dann nahtlos weitergegeben werden können. Daten sollen digital erfasst, der Betrieb digital verwaltet, Arztbriefe per Mail übermittelt werden. Arztpraxen und Kliniken sollen so künftig weitestgehend ohne Papier arbeiten können. Hebammen und Physiotherapeuten sowie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen können sich freiwillig an das Datennetz anschließen lassen. Damit die Forschung künftig Gesundheitsdaten besser nutzen kann, wird eine zentrale Gesundheits-datenbank geschaffen. In ihr sollen – pseudonymisiert – die Informationen von 73 Millionen gesetzlich Versicherten erfasst werden: Personendaten wie Alter und Geschlecht, Informationen zum Versicherungsverhältnis, zum Leistungsbezug und zum Gesundheitsstatus. Die Daten können laut DVG nur von Behörden, Forschungseinrichtungen oder Universitätskliniken genutzt werden. Die Industrie wird als Nutznießerin nicht erwähnt.

„Die nun beschlossenen Maßnahmen können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, die gesundheitliche Versorgung in der Fläche zu sichern“, ist sich Stegemann sicher und verspricht sich durch die neuen gesetzlichen Regelungen eine dauerhaft bessere Versorgung für Patienten auch im Emsland und der Grafschaft.

„Es wird höchste Zeit, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland digitaler und damit patientenfreundlicher wird. Wir freuen uns über den politischen Rückenwind aus Berlin“, so Thomas Nerlinger, Geschäftsführer, Vorstand und Projektleiter bei der Gesundheitsregion EUREGIO und ergänzt: „Wir haben mit unseren 170 Vereinsmitgliedern schon vor Jahren die Chance der Digitalisierung bei der Lösung der Versorgungsprobleme in unserer ländlichen Region in den Blick genommen. So starteten wir in 2015 das Projekt Dorfgemeinschaft 2.0. Hinzu kam vor einem Jahr das Projekt Apotheke 2.0. Vor einem Monat der Projektstart unseres vierjährigen Projektes Regionales Pflegekompetenzzentrum (ReKo) beim länderübergreifenden Gesundheitsgipfel vor knapp 300 Gästen im Beisein von Gesundheitsminister Spahn und MdB Albert Stegemann. Nun haben wir die Chance, bürokratische Hürden abzubauen, die Patientenrechte zu stärken und Innovationen zu nutzen. Faxe, Rezepte, Arztbriefe und Krankmeldungen auf Papier gehören somit hoffentlich bald der Vergangenheit an. Mit unseren Projektleuchttürmen sind wir länderübergreifend Vorreiter unserer Region und untersuchen darüber hinaus die positiven Effekte der Digitalisierung durch unsere Forschungspartner.“

Dem stimmt Christoph Almering, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion EUREGIO und Geschäftsführer des EUREGIO-Zweckverbandes mit 129 Kommunen und deren 3,4 Millionen Einwohnern zu: „Ohne Digitalisierung und ohne telemedizinische Instrumente werden wir die Versorgung der Menschen dauerhaft nicht mehr hinbekommen. Das wissen alle. Wir sollten die Chancen, die es gibt und die uns das neue DVG bietet, nutzen, und wir sollten uns in unserer Region noch stärker über die Grenze hinweg austauschen, weil wir gerade auf dem Gebiet der Gesundheit und der Medizin enorm voneinander profitieren können.“

„Die Forschung erhält künftig ganz neue Möglichkeiten durch Längsschnittanalysen, durch Analysen von Behandlungsabläufen oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Big Data zu fundierteren Erkenntnissen zu gelangen und so bspw. Krankheitsverläufe und die Wirkung von Therapien sowie das Entstehen von Folgeerkrankungen bei Patienten mit chronischen Krankheiten wie z.B.  bei den mehr als 6 Millionen Diabetikern in Deutschland besser zu verstehen. Zudem können wirksamere und personalisierte Therapiemöglichkeiten entwickelt werden sowie Krankheiten präziser und schneller diagnostiziert werden“, freut sich Prof. Dr. Frank Teuteberg, Leiter des Fachgebiets Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik an der Universität Osnabrück über das Digitale-Versorgung-Gesetz. „Datenschutz und Ethik dürfen wir dabei aber nicht aus dem Auge verlieren“, ergänzt Prof. Teuteberg. „Für unsere aktuellen Projekte ReKo, Apotheke 2.0 sowie Dorfgemeinschaft 2.0 ist das DVG eine große Erleichterung, für zukünftige Projekte insbesondere im Bereich Künstlicher Intelligenz, Big Data und Präzisionsmedizin sowie der Entwicklung digitaler Ökosysteme zur sektorenübergreifenden Vernetzung der Akteure in der Gesundheitsversorgung ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten.“

Weitere Informationen unter:

www.gesundheitsregion-euregio.eu

www.dorfgemeinschaft20.de

www.apotheke20.de

www.rekopflege.de

Dorfgemeinschaft 2.0 präsentiert erstmals Virtuellen Dorfmarktplatz (VDM)

Dorfgemeinschaft 2.0 präsentiert erstmals  Virtuellen Dorfmarktplatz (VDM)

Am 01. Oktober war es endlich soweit, die Dorfgemeinschaft 2.0 präsentierte erstmals dem Fachpublikum ihren Virtuellen Dorfmarktplatz auf dem „Länderübergreifenden Gesundheitsgipfel“ im Nordhorner NINO – HOCHBAU.

Mit Unterstützung und wissenschaftlicher Expertise der Mitarbeiter des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Unternehmensrechnung des Projektpartners Universität Osnabrück, wurde den interessierten Teilnehmern eine Live – Präsentation der Funktionalitäten und Widgets dieser zukünftig von den Bürgerinnen und Bürgern genutzten Kommunikations- und Informationsplattform vorgeführt. Der Projektpartner ENO Telecom GmbH und die Firma Expert aus Nordhorn haben für diesen Anlass ein „Megapad“ (siehe Foto) als Leihgerät zur Verfügung gestellt. Durch diesen Präsentationsbildschirm war kein weiterer Laptop nötig, da der smarte Fernseher über eine Internet- und Touchfunktion verfügt, sodass jegliche Anwendungen direkt am Bildschirm gezeigt werden konnten.

Im Zuge des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0, werden eine oder mehrere Pilotkommunen in der Modellregion Grafschaft Bentheim / Südliches Emsland mit der praktischen Umsetzung und Erprobung des VDM eingebunden. Wichtig bei der praktischen Erprobung ist es, dass es den Bürgerinnen und Bürgern ohne große technische Vorkenntnisse möglich ist, den VDM nutzen zu können. Ziel dieser Plattform ist es die Dorfgemeinschaft mit digitalen Angeboten zu verbinden und somit den Zusammenhalt und die Kommunikation in der Dorfgemeinschaft zu stärken. Der VDM ist mit den vier Lebensräumen: Gesundheit & Pflege, Mobilität, Versorgung und Wohnen der Dorfgemeinschaft 2.0 abgebildet. Externe Anbieter wie zum Beispiel, Vitabook, I.T. Out mit ihrem Widget „Mein Zuhause“ und die Deutsche Arzt AG, präsentieren sich mit ihren Widgets ebenfalls auf dem VDM und schaffen somit eine Transparenz zwischen den einzelnen Lebensräumen. Weitere Funktionen wie zum Beispiel, ein „Dorffunk“ oder „ein schwarzes Brett“ befinden sich noch in der Umsetzungsphase.

Nach einer Ausarbeitung einer Kommunikations- und Launch Strategie und einer umfassenden Service- und Beratungsstruktur soll der virtuelle Dorfmarktplatz in den kommenden sechs Monaten in Zusammenarbeit mit den Pilotkommunen der Dorfgemeinschaft 2.0 erprobt und im Anschluss evaluiert werden.

„Dorfgemeinschaft 2.0 ein professionelles Netzwerk“

„Dorfgemeinschaft 2.0 ein professionelles Netzwerk“

Samtgemeindebürgermeisterin Kösters begrüßt Forschungsteam

Am 04.09.2019 traf sich das Projektkonsortium der Dorfgemeinschaft 2.0 im Haus Ringerbrüggen in Emlichheim. In der „guten Stube“ der Samtgemeinde Emlichheim fand das Quartalstreffen des Forschungsprojektes statt, welches sich alle drei Monate zusammenfindet. „Ich verstehe Dorfgemeinschaft 2.0 als ein Netzwerk von Experten in Bezug auf pflegerische und versorgungstechnische Fragen,“ so die Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters im Zuge ihrer Begrüßung.

Thomas Nerlinger, Projektleiter und Initiator der Dorfgemeinschaft 2.0, bedankte sich für die Gastfreundschaft und die hohe Einsatzbereitschaft bei der Samtgemeinde Emlichheim. „Geben Sie diesen Dank bitte auch an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter,“ so Nerlinger. Das Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 hat in dem Satellitenstützpunkt Emlichheim den Schwerpunkt auf das Thema Pflege gesetzt. Prof. Dr. Stefanie Seeling (Pflegewissenschaft an der Hochschule Osnabrück, Campus Lingen) und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Britta Blotenberg haben zusammen mit dem Mehrgenerationhaus Senfkorn und dem Team des Mehrgenerationenhauses Senfkorn neue Strukturen in der pflegerischen Versorgung geschaffen. Hierbei werden präventive Hausbesuche bei 75 Probanden durchgeführt und Aufklärungsgespräche abgehalten, um die stationäre Pflege so weit wie möglich nach hinten zu verlagern.

Nach der Begrüßung stellte Pascal Meier (Wirtschaftsinformatiker der Universität Osnabrück) den Anwesenden den virtuellen Dorfmarktplatz vor, der den Pilotkommunen im Rahmen einer Erprobung und wissenschaftlichen Evaluation zur Verfügung gestellt werden wird.

Dieser wird beispielsweise für die Samtgemeinde Emlichheim personalisiert bereitgestellt, sodass registrierte Nutzer künftig die eingestellten Neuigkeiten aus der Samtgemeinde abrufen und zeitgleich interaktiv mit anderen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt treten können. Des Weiteren wird eine Chatfunktion angeboten und eine Nutzung des vom Verbundpartner Eno telecom GmbH & IT Out GmbH entwickelten Widgets (Widget = App) „Mein Zuhause“ wäre im Rahmen einer Testphase nutzbar.

Dabei sollen Sensoren im Haus über Aktivitäten informieren und somit Abnormalitäten aufdecken. Zudem könne durch die SmartHome-Technologie Menschen mit Einschränkungen und deren Angehörigen mehr Sicherheit gegeben werden. Das SmartHome Starter Set „Mein Zuhause“ ist hier unterstützend tätig und informiert über ein Ereignismanagement die zuvor definierten Personen bzw. Angehörigen über auftretende Unregelmäßigkeiten. Diese Entwicklung aus dem Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 heraus ist als App konfiguriert und somit auf allen Endgeräten nutzbar, um Sensorik im Haus zu nutzen und gleichzeitig alle Angehörigen über die Aktivitäten zu informieren. „Ein niederschwelliges Angebot ist wichtig, um die älterwerdende Bevölkerung und Angehörigen bedarfsgerecht abzuholen,“ betonte Jonas Roosmann. So kann zum Beispiel erkannt werden, ob z.B. mein Vater aus dem Bett gestiegen ist oder nicht, seinen gewohnten Lebensrhythmus wie Bad aufsuchen, frühstücken, Wohnbereich aufsuchen oder Haus verlassen für Spaziergang oder Einkäufe verfolgt. Abweichungen hiervon können in Eskalationsstufen von ganz gering „Sohn/Tochter automatisch um Rückruf bitten“ bis hin zum automatischen anfordern des Notarztes, Krankenwagens z.B. bei Sturz gesteuert werden. Dadurch kann eine schnelle Hilfe ohne Aktion des Betroffenen gewährleistet werden und bietet höhere Sicherheit für die zu Hause Lebenden, aber auch für die Angehörigen.

Am 01.10.2019 soll der virtuelle Dorfmarktplatz zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dies erfolgt auf dem Stand des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0 auf der Begleitmesse des „Länderübergreifenden Gesundheitsgipfels: Regionales Pflegekompetenzzentrum – Potenziale gemeinsam heben“, welcher am 01.10.2019, ab 9.00 Uhr im NINO HOCHBAU Kompetenzzentrum Wirtschaft in Nordhorn stattfinden wird. Interessierte sind herzlich eingeladen.
Hier geht es zur Anmeldung

Samtgemeinde Spelle geht eingeschlagenen Weg weiter

Samtgemeinde Spelle geht eingeschlagenen Weg weiter

Fördermittel in der Zwischenzeit eingeworben

In dem Jahr 2017/2018 hatte sich die Samtgemeinde Spelle auf den Weg gemacht, um die demografischen Veränderungen und Auswirkungen im Bereich Wohnen aufzudecken und diesen zukunftsorientiert zu gestalten. Der Beteiligungs- und Kreativprozess „Wohnen im Alter/Wohnen mit Zukunft“ wurde unter der fachlichen Leitung des Wohnexperten Dr. Dieter Sudbrink (pro Systems GmbH), des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0 und dem Bundesverband Initiative 50Plus durchgeführt und offenbarte vor allem bei der älteren Generation einen umfassenden Informations- und Beratungsbedarf.

Im Mittelpunkt des jetzt geplanten Prozesses steht die zukunftsorientierte Nutzung von Bestandsimmobilien in Spelle. Hierzu soll eine kooperative Zusammenarbeit von ortsansässigen Unternehmen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger gefördert werden, um ein Beratungs- und Geschäftsangebot zu schaffen. „Wir möchten eine Lösung aus einer Hand anbieten und somit eine zentrale Anlaufstelle bei Fragen des Umbaus im Bestand schaffen,“ erläuterte der Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Hierfür wurden Gelder beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser – Ems und dem Landkreis Emsland eingeworben. In einem ersten Schritt sollen interessierte Unternehmen angesprochen und zu einer Informationsveranstaltung im November eingeladen werden. „Dabei werden wir auf die Vorteile eines Netzwerkes für die Unternehmen eingehen und die Ziele dieses Prozesses darlegen,“ betonte der wissenschaftliche Mitarbeiter der Dorfgemeinschaft 2.0, Jonas Roosmann. Neben Fragen der Raumkonzepte für die ältere Bevölkerung werden die Raumakustik, das Sicherheitsbedürfnis oder neue Technologien, wie z.B. Smart Home in den Seminaren näher erläutert. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet. Zudem ist eine enge Verzahnung mit der Wohnberatung des Landkreises Emsland vorgesehen. „Dieses Angebot kann der Startschuss sein, um bedarfsgerechte Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Immobilie aufzuzeigen. Die ehrenamtlichen Wohnberater fertigen einen individualisierten Bericht an, der im Anschluss mit den örtlichen Handwerkern besprochen werden kann,“ erläuterte der Koordinator 50Plus und ehrenamtliche Wohnberater, Herbert Schweer.

„Die Schaffung eines Netzwerkes als Anlaufstelle mit hoher Kompetenz bei Fragen des Bauens im Bestand ist für die Generation 50+ ein wirklicher Mehrwert, da sich häufig bei dieser Personengruppe die wohnlichen Bedürfnisse stark verändern, da z.B. die Kinder ausgezogen sind,“ berichtete Gerd Schierenbeck als niedersächsischer Landesvorsitzender des Bundesverbandes Initiative 50Plus.

Neben der Suche nach mitwirkenden Unternehmen wäre eine Immobilie wünschenswert, die im kommenden Jahr umgebaut werden soll und so als eine Art Referenzobjekt für das zu schaffende Netzwerk fungieren könnte. Die Gemeinde Spelle wird die örtlichen Unternehmen anschreiben und zu einer Informationsveranstaltung im November einladen. „Hierzu sind alle Gewerke eingeladen, die sich in diesem Netzwerk engagieren wollen,“ betonten die Organisatoren.

Projektpartner hält Vortrag auf Fachtag der LINGA in Hannover

Projektpartner hält Vortrag auf Fachtag der LINGA in Hannover

I.T. Out GmbH präsentiert SmartHome Starter Set „Mein Zuhause“

Hannover. In der vergangenen Woche wurde unser Projektpartner I.T. Out GmbH des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0 zu dem Fachtag der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) eingeladen. Nach einem Impulsvortrag des Geschäftsführers des Innovationszentrums Niedersachsens, Dr. Maik Plischke zum Thema soziale Innovationen betrat die stellvertretende Vorsitzende der 8.Altersberichtskommission der Bundesregierung, Junior-Prof. Dr. Claudia Müller die Bühne. Hierbei ging sie auf die Zielsetzung des 8.Altersberichtes ein, der sich mit dem Thema „Ältere Menschen und Digitalisierung“ beschäftigen wird. Dieser soll im November diesen Jahres in Berlin vorgestellt werden. Nach den Impulsvorträgen waren vier Fachforen durchgeführt worden. Hans-Peter Nickenig, als Geschäftsführer der I.T. Out GmbH, war als Referent in dem Forum: „Gesundheit, Altern und Digitalisierung“ Ressortübergreifend betrachtet“ eingeladen worden. Die Dorfgemeinschaft 2.0 befasst sich inhaltlich mit den vier definierten Lebensräumen: Gesundheit & Pflege, Mobilität, Versorgung und Wohnen. Gerade der Bereich Wohnen spielt hier eine entscheidende Rolle, da die Firma I.T. Out GmbH in Verbindung mit der ENO telecom GmbH ein SmartHome Starter Set „Mein Zuhause“ präsentierte. „Ziel dieses Produktes ist es den älteren Menschen ein möglichst langes Leben in ihren eigenen vier Wänden zu ermöglichen,“ so Hans-Peter Nickenig. Dabei sollen Sensoren im Haus über Aktivitäten informieren und somit Abnormalitäten aufdecken. Zudem könne durch die SmartHome-Technologie Menschen mit Einschränkungen und deren Angehörigen mehr Sicherheit gegeben werden. Das SmartHome Starter Set „Mein Zuhause“ ist hier unterstützend tätig und informiert über ein Ereignismanagement die zuvor definierten Personen bzw. Angehörigen über auftretende Unregelmäßigkeiten. Diese Entwicklung aus dem Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 heraus ist als App konfiguriert und somit auf allen Endgeräten nutzbar, um Sensorik im Haus zu nutzen und gleichzeitig alle Angehörigen über die Aktivitäten zu informieren. „Ein niederschwelliges Angebot ist wichtig, um die älterwerdende Bevölkerung und Angehörigen bedarfsgerecht abzuholen,“ betonte Jonas Roosmann. So kann zum Beispiel erkannt werden, ob z.B. mein Vater aus dem Bett gestiegen ist oder nicht, seinen gewohnten Lebensrhythmus wie Bad aufsuchen, frühstücken, Wohnbereich aufsuchen oder Haus verlassen für Spaziergang oder Einkäufe verfolgt. Abweichungen hiervon können in Eskalationsstufen von ganz gering „Sohn/Tochter automatisch um Rückruf bitten“ bis hin zum automatischen anfordern des Notarztes, Krankenwagens z.B. bei Sturz gesteuert werden. Dadurch kann eine schnelle Hilfe ohne Aktion des Betroffenen gewährleistet werden und bietet höhere Sicherheit für die zu Hause Lebenden, aber auch für die Angehörigen. Zielsetzung ist es selbst zu entscheiden, welche Bedingungen für das eigene glückliche und sichere Leben in „meinem smarten Zuhause“ wirken sollen. Nachdem die Fachforen beendet waren, sprach die Niedersächsische Sozialministerin Dr. Carola Reimann ein Grußwort an die anwesenden Gäste und warb für eine intersektorale Zusammenarbeit. Gerade hierdurch werden Innovationen gefördert, betonte die Ministerin. Frau Ann-Kathrin Kempter von der Digitalagentur Niedersachsen machte deutlich, dass gerade die Nachhaltigkeit von Projekten mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte, um die Ergebnisse aus den einzelnen Projekten auch langfristig zu sichern.

Vortrag zum Lebensraum Wohnen in Papenburg

Vortrag zum Lebensraum Wohnen in Papenburg

Selbstbestimmtheit und Sicherheit stehen im Vordergrund

Viele ältere Menschen stehen irgendwann vor der Frage, wie können wir noch möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen? Welche Dienstleistungen oder Produkte müssen genutzt werden, um dieses Ziel zu erreichen? Welche baulichen Maßnahmen müssen gegebenenfalls angeschoben werden?

Mit diesen Fragen hat sich ein Vortrag des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Dorfgemeinschaft 2.0, Jonas Roosmann, in Zusammenarbeit mit dem Koordinator 50+ der Gemeinde Spelle und der Wohnberaterin des Landkreises Emsland, Kerstin Knoll, in Papenburg befasst. Die Leiterin des Seniorenstützpunktes im Landkreis Emsland ging zu Anfang auf mögliche niederschwellige Umbaumaßnahmen in Bestandsimmobilien ein. So sollte bereits die Eingangstür ohne Stufen passierbar sein und zwei Handläufe an der Treppe wichtig, um die Sturzgefahr zu reduzieren. „Barrierefreiheit für Kinderwagen unterscheidet sich nicht wesentlich von der Barrierefreiheit im Alter,“ so die Expertin und rät auch jungen Menschen im Bau die Leistungen der Wohnberatungen in Anspruch zu nehmen. Herbert Schweer erläuterte in seinem Impulsvortrag den Kreativ- und Beteiligungsprozess der Gemeinde Spelle zum Thema „Wohnen im Alter – Wohnen mit Zukunft“. Zusammenfassende Ergebnisse aus diesem Prozess heraus waren soziale Teilhabe durch Nachbarschaften oder regelmäßigen Treffen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Wunsch nach Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Hier referierte Jonas Roosmann über die neuen technologischen Möglichkeiten des umgebungsunterstützenden Lebens oder auch „Ambient Assisted Living“ kurz AAL genannt. „Ziel ist es das selbstbestimmte Leben zu sichern und durch moderne Gebäudesystemtechnik assistierende Systeme bereitzustellen und zu vernetzen, die das tägliche Leben situationsbedingt und aufdringlich unterstützen,“ so der wissenschaftliche Mitarbeiter. Hierbei wurde die herzliche Einladung nach Nordhorn ausgesprochen, um sich in einer 85m2 großen Musterwohnung der Firma ENO alle Möglichkeiten der Smart Home-Technologie anzuschauen.

Quelle: Ems-Zeitung

„Dorfladen Ohne“ ist gegründet

„Dorfladen Ohne“ ist gegründet

Genossenschaftliches Modell trifft auf breite Zustimmung

Am 17.06.2019 war es soweit: Die „Dorfladen Ohne UG“ hat sich gegründet. An diesem Abend waren 94 Interessierte ins Schützenhaus nach Ohne gekommen, um sich über die aktuellen Entwicklungen des Dorfladens in Ohne zu informieren. Neben Einwohnern aus Ohne waren auch Bewohner der Nachbargemeinden Klein-Haddorf, Haddorf, Bilk und weiteren Nachbarkommunen vertreten. Das durch das Amt für regionale Landesentwicklung mit 500.000€ geförderte und durch die Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 in Gang gesetzte Dorfladen-Projekt wurde nun konkretisiert.

Insgesamt soll am Standort Schüttorfer Straße/Bentheimer Diek eine Verkaufsfläche von 125 Quadratmetern entstehen, welches ein Café mit 25 Quadratmetern beinhaltet und separat geöffnet werden kann. „Wir wollen unsere ländlichen Strukturen erhalten. Hierfür benötigen wir eine solide Infrastruktur, wie z.B. einen Dorfladen,“ so die Bürgermeisterin Charlotte Ruschulte. Der Unternehmensberater Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk, der das Ohner Projekt gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft 2.0 begleitet, nannte die Vorteile des genossenschaftlichen Gedankens: „Jeder hat nur eine Stimme, egal ob man 300€ oder 3000€ einzahlt,“ so der Experte. Bei der Gründungsveranstaltung votierten alle 94 Anwesenden für eine Bürgergenossenschaft auf der Basis einer haftungsbeschränkten und stillen Unternehmensgesellschaft (UG). Direkt am Anschluss der Gründungsveranstaltung wurde die erste Gesellschafterversammlung abgehalten, bei der im Vorfeld Anteile mit einem Mindestwert von 300€ gezeichnet werden konnten. 79 Anwesende beteiligten sich direkt an diesem Projekt mit einem Finanzvolumen von 26.800€. „Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die Ohner hinter dieser Idee stehen,“ so der wissenschaftliche Mitarbeiter des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0, Jonas Roosmann.

Region muss Weg fortsetzen

Region muss Weg fortsetzen

Jahresveranstaltung der Dorfgemeinschaft 2.0 in der Stadt Lingen (Ems)

Lingen Der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Dr. Reiner Klingholz, hat die Kommunen dazu aufgefordert, das Potenzial der sogenannten Babyboomer zu nutzen, wenn diese in Rente gegangen sind. Klingholz sprach vor rund 60 Gästen auf der Jahrestagung des Projekts Dorfgemeinschaft 2.0 im IT-Zentrum in Lingen.

Die Tagung hatte den Schwerpunkt “Gesundheit und Pflege.” In Deutschland werden die im Zeitraum von 1955 bis 1969 Geborenen von Statistikern als geburtenstarke Jahrgänge bezeichnet. 1964 auf dem Höhepunkt der Babyboomer-Jahre wurden laut Klingholz in Deutschland  rund 1,4 Millionen Kinder geboren, heute sind es nur noch knapp 800.000, wobei die Geburtenrate in letzter Zeit wieder ansteigt. “Die Generation der Babyboomer ist relativ gut qualifiziert und häufig in Leitungsfunktionen tätig”, verwies der Direktor darauf, dass diese Generation als Leistungsträger der Gesellschaft bezeichnet werden könne.  

Wenn die Babyboomergeneration  in in den nächsten Jahren mit einer deutlich höheren Lebenserwartung in die Rente gehe, wolle sie sich weiter engagieren, stellte der Referent fest. Es sei im ureigensten Interesse der Kommunen, diese Personengruppe zum Beispiel durch Fortbildungen in deren zivilgesellschaftlichem Engagement zu unterstützen. “Diese Menschen wollen sich nicht den ganzen Tag auf dem Golfplatz aufhalten oder ständig auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs sein.”

Der Region Emsland/Grafschaft Bentheim bescheinigte er, sich den neuen demografischen Herausforderungen zu stellen. Mit Blick auf die günstigere Bevölkerungsstruktur im Vergleich zu anderen Teilen Deutschlands hätten das Emsland und die Grafschaft bessere Voraussetzungen, um mit den Herausforderungen, die mit der Alterung der Gesellschaft verbunden seien, fertig zu werden. “Die Emsländer leiden nicht unter einem zu geringen Selbstbewusstsein”, machte der Referent eine Anpackermentalität aus, die bereits auf unterer Ebene wie zum Beispiel in den Nachbarschaften zu beobachten sei. In der hiesigen Region werde der Subsidiariätsgedanke mit Leben gefüllt, stellte er fest. Entscheidend sei, genügend Fachkräfte in die Region zu holen, um deren Wirtschaftskraft zu erhalten.

 Die größten Konkurrenten seien dabei die Städte, zumal diese auch für junge Familien an Attraktivität gewonnen hätten. “Leipzig ist die am stärksten wachsende Stadt in Deutschland”, sagte Klingholz. Die ländlichen Gebiete vor allem in Ostdeutschland, aber auch im Osten Niedersachsens, würden hingegen regelrecht ausbluten. Er verwies darauf, dass die Geburtenrate in den neuen Bundesländern in den 90er-Jahren auf 0,8 pro Frau zurückgegangen sei, inzwischen mit 1,6 Kindern pro Frau (Stand 2015) aber auf Westniveau sei.

Thomas Nerlinger, Leiter des Forschungsprojekts Dorfgemeinschaft 2.0, das im südlichen Emsland und in der Grafschaft Bentheim die generationenübergreifende Dorfgemeinschaft für die älter werdenden Menschen stärken will, erklärte: “Das Alter in unserem ländlichen Raum hat hier eine gemeinsame Zukunft. Viele packen in guter Tradition für eine gemeinsame Zukunft tatkräftig an – Jung und Alt. Darauf können wir alle stolz sein.”  Nerlinger zufolge will das Projekt die bestehenden traditionellen Strukturen und Gemeinschaften unter anderem in Kirchengemeinden, Vereinen, Nachbarschaften und Unternehmen einbinden und gemeinsam weiterentwickeln – dort, wo die Menschen zu Hause sind, sich wohl fühlen und freundschaftlich zusammenleben. “Digitalisierung sollte uns keine Angst machen, sondern eine Hilfestellung im Alltag sein.” 

Britta Blotenberg und Anna Haupeltshofer stellten die Ergebnisse der Bedarfsanalyse “Gesundheit, Prävention, Technik und Bildung” vor. Haupeltshofer: “Wir haben festgestellt, dass die Nachbarschaften ein sozialer Anker sind. Die Älteren befürchten, dass sie bei wegbrechenden Nachbarschaften künftig allein gelassen werden.” Beklagt würden zudem Defizite bei der Mobilität. Die Senioren wünschen sich nach ihren Worten vor allem Unterstützung bei der individuellen Handynutzung. Prof. Dr. Stefanie Seeling (Pflegewissenschaft am Campus Lingen) demonstrierte, auf welch vielfältige Weise sich das Smartphone nutzen lässt, um den Alltag von Senioren zu erleichtern.

Oberbürgermeister Dieter Krone hob hervor, dass jeder Mensch ein soziales Wesen sei. “Die Flasche Bier schmeckt in Gemeinschaft besser als auf dem Sofa.” Aufgabe sei es, mithilfe der Digitalisierung die Voraussetzungen für einen Lebensabend in der Dorfgemeinschaft zu schaffen. Ausdrücklich dankte er Nerlinger für dessen Engagement. Dieser wiederum lobte die Mitarbeit von Kirsten Vogler, der Demografiebeauftragten der Stadt Lingen, bei dem Forschungsprojekt. Lingen hatte sich im Frühjahr 2018 dem Projekt angeschlossen.

Roland Simon, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Osnabrück, stellte das Projekt “Behandlung im voraus planen” (BVP) vor, das derzeit im St. Johannesstift in Spelle in Kooperation mit der Hospizgruppe Spelle auf freiwilliger Basis modellhaft erprobt wird. BVP trete an die Stelle  von Patientenverfügungen, die häufig unpräzise gehalten seien, deshalb Interpretationsspielraum böten und immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen führten. BVP sei eine dynamische Form der Patientenverfügung, die bei Bedarf angepasst werden könne. Sie enthalte eine Notfallplanung, die vor Übertherapierung oder Untertherapierung am Lebensende bewahren solle.

Quelle: Ludger Jungeblut (Lingener Tagespost)

Fotograf: Franz Frieling

41. Pflegekonferenz mit knapp 100 Teilnehmern gut besucht

41. Pflegekonferenz mit knapp 100 Teilnehmern gut besucht

Meppen. Vor wenigen Tagen erst war das neue Standardwerk der Öffentlichkeit vorgestellt worden: In der 41. Pflegekonferenz des Landkreises Emsland stellte „Beziehungsgestaltung in der Pflege für Menschen mit Demenz“ bereits einen Schwerpunkt dar. Prof. Dr. Martina Roes von der Universität Witten/Herdecke hatte maßgeblich an dem neuen Standard mitgearbeitet. Sie machte bei der Veranstaltung im Emsland deutlich, dass mit person-zentrierten Kommunikationsangeboten die Beziehung zwischen Menschen mit Demenz und Pflegenden sowie anderen Menschen im sozialen Umfeld erhalten und gefördert werden können.

Fast 100 Teilnehmer konnten auf der Konferenz im Meppener Kreishaus begrüßt werden. Richard Peters, Fachbereichsleiter Soziales, stellte zu Beginn die aktuellen Zahlen der Pflegestatistik vor. Danach ist die Zahl der Personen, die Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung im Emsland erhalten, von 2015 um 2936 auf insgesamt 16.306 Personen in 2017 gestiegen. Davon werden allein 9.002 Personen ausschließlich von Angehörigen und Bekannten gepflegt (2015: 7104). Der „überproportionale Anstieg“ sei auch auf Leistungsverbesserungen im ambulanten Bereich zurückzuführen. Bis 2030 sei ein weiterer Anstieg pflegebedürftiger Menschen auf deutlich über 18.000 prognostiziert, hielt Peters fest. Zudem stellte er heraus, dass die Zahl der Demenzkranken von 5.180 Personen in 2015 voraussichtlich auf 7.580 in 2030 steigen werde.

Prof. Roes machte deutlich, dass mit eintretender Demenz tiefgreifende Veränderungen für Betroffene und ihre Angehörigen verbunden seien. Dies gelte auch für Pflegefachkräfte in Einrichtungen, die sich immer wieder auf neue Bewohner und ihre individuellen Fähigkeiten und die unterschiedlichen Ausprägungen von Demenz einstellen müssten. Hierfür liefere das neu erschienene Standardwerk einen Schlüssel, um Zugang zu den Demenzkranken zu finden.

Sabine Sylvester-Bierwas, die an der modellhaften Einführung des Expertenstandards in einer Düsseldorfer Pflegeeinrichtung mitgewirkt hat, berichtet von ihren Alltagserfahrungen. So sei es mitunter ambitioniert, Angehörigen die vermeintliche Unordnung in einem Bewohnerzimmer zu erklären. Diese „Unordnung“ könne aber durchaus auf die Biografie von Bewohnern zurückzuführen sein.

Im weiteren Verlauf der Pflegekonferenz berichteten Sarah Kortekamp, Mitarbeiterin der Hochschule Osnabrück, und Alexander Franksmann, Geschäftsführer eines Softwaredienstleisters, von den Möglichkeiten einer App-gesteuerten Plattform für freie Plätze in der Pflege. Angehörige und Sozialdienste der Krankenhäuser könnten hierdurch bei der Suche nach geeigneten und verfügbaren Pflegeangeboten entlastet werden. Auch für das Emsland wird eine solche Plattform überlegt.

Martina Mensen, Koordinatorin beim Pflegestützpunkt, erläuterte den Konferenzteilnehmern die neue Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase. Dieses Angebot richtet sich an Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Pflegeheime. Versicherte sollen qualifiziert über die medizinisch-pflegerische Versorgung und die Betreuung in der letzten Lebensphase beraten werden.

In allen Fragen rund um das Thema Pflege berät der Pflegestützpunkt des Landkreises Emsland kostenlos und unabhängig unter der Rufnummer 05931/442211 und der E-Mail-Adresse pflegestuetzpunkt@emsland.de

Fragen zum Thema Demenz beantwortet das Demenz-Servicezentrum des Landkreises Emsland unter der Rufnummer 05931/44-1171 und der E-Mail-Adresse rita.wallmann@emsland.de

Bild: (v. l.) Prof. Dr. Martina Roes, Sarah Kortekamp, Sabine Sylvester-Bierwas, Alexander Franksmann, Martina Mensen und Richard Peters informierten auf der 41. Pflegekonferenz über neue Entwicklungen. (Foto: Landkreis Emsland)

Pressemitteilung Landkreis Emsland