„Dorfgemeinschaft 2.0 ein professionelles Netzwerk“

Samtgemeindebürgermeisterin Kösters begrüßt Forschungsteam

Am 04.09.2019 traf sich das Projektkonsortium der Dorfgemeinschaft 2.0 im Haus Ringerbrüggen in Emlichheim. In der „guten Stube“ der Samtgemeinde Emlichheim fand das Quartalstreffen des Forschungsprojektes statt, welches sich alle drei Monate zusammenfindet. „Ich verstehe Dorfgemeinschaft 2.0 als ein Netzwerk von Experten in Bezug auf pflegerische und versorgungstechnische Fragen,“ so die Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters im Zuge ihrer Begrüßung.

Thomas Nerlinger, Projektleiter und Initiator der Dorfgemeinschaft 2.0, bedankte sich für die Gastfreundschaft und die hohe Einsatzbereitschaft bei der Samtgemeinde Emlichheim. „Geben Sie diesen Dank bitte auch an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter,“ so Nerlinger. Das Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 hat in dem Satellitenstützpunkt Emlichheim den Schwerpunkt auf das Thema Pflege gesetzt. Prof. Dr. Stefanie Seeling (Pflegewissenschaft an der Hochschule Osnabrück, Campus Lingen) und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Britta Blotenberg haben zusammen mit dem Mehrgenerationhaus Senfkorn und dem Team des Mehrgenerationenhauses Senfkorn neue Strukturen in der pflegerischen Versorgung geschaffen. Hierbei werden präventive Hausbesuche bei 75 Probanden durchgeführt und Aufklärungsgespräche abgehalten, um die stationäre Pflege so weit wie möglich nach hinten zu verlagern.

Nach der Begrüßung stellte Pascal Meier (Wirtschaftsinformatiker der Universität Osnabrück) den Anwesenden den virtuellen Dorfmarktplatz vor, der den Pilotkommunen im Rahmen einer Erprobung und wissenschaftlichen Evaluation zur Verfügung gestellt werden wird.

Dieser wird beispielsweise für die Samtgemeinde Emlichheim personalisiert bereitgestellt, sodass registrierte Nutzer künftig die eingestellten Neuigkeiten aus der Samtgemeinde abrufen und zeitgleich interaktiv mit anderen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt treten können. Des Weiteren wird eine Chatfunktion angeboten und eine Nutzung des vom Verbundpartner Eno telecom GmbH & IT Out GmbH entwickelten Widgets (Widget = App) „Mein Zuhause“ wäre im Rahmen einer Testphase nutzbar.

Dabei sollen Sensoren im Haus über Aktivitäten informieren und somit Abnormalitäten aufdecken. Zudem könne durch die SmartHome-Technologie Menschen mit Einschränkungen und deren Angehörigen mehr Sicherheit gegeben werden. Das SmartHome Starter Set „Mein Zuhause“ ist hier unterstützend tätig und informiert über ein Ereignismanagement die zuvor definierten Personen bzw. Angehörigen über auftretende Unregelmäßigkeiten. Diese Entwicklung aus dem Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 heraus ist als App konfiguriert und somit auf allen Endgeräten nutzbar, um Sensorik im Haus zu nutzen und gleichzeitig alle Angehörigen über die Aktivitäten zu informieren. „Ein niederschwelliges Angebot ist wichtig, um die älterwerdende Bevölkerung und Angehörigen bedarfsgerecht abzuholen,“ betonte Jonas Roosmann. So kann zum Beispiel erkannt werden, ob z.B. mein Vater aus dem Bett gestiegen ist oder nicht, seinen gewohnten Lebensrhythmus wie Bad aufsuchen, frühstücken, Wohnbereich aufsuchen oder Haus verlassen für Spaziergang oder Einkäufe verfolgt. Abweichungen hiervon können in Eskalationsstufen von ganz gering „Sohn/Tochter automatisch um Rückruf bitten“ bis hin zum automatischen anfordern des Notarztes, Krankenwagens z.B. bei Sturz gesteuert werden. Dadurch kann eine schnelle Hilfe ohne Aktion des Betroffenen gewährleistet werden und bietet höhere Sicherheit für die zu Hause Lebenden, aber auch für die Angehörigen.

Am 01.10.2019 soll der virtuelle Dorfmarktplatz zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dies erfolgt auf dem Stand des Forschungsprojektes Dorfgemeinschaft 2.0 auf der Begleitmesse des „Länderübergreifenden Gesundheitsgipfels: Regionales Pflegekompetenzzentrum – Potenziale gemeinsam heben“, welcher am 01.10.2019, ab 9.00 Uhr im NINO HOCHBAU Kompetenzzentrum Wirtschaft in Nordhorn stattfinden wird. Interessierte sind herzlich eingeladen.
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